Die Wildkammer

Presse 2011

Im Winter trägt Bambi Dauerwelle



05.01.2011 - BAD SOBERNHEIM

WILDTIERE Im Winter brauchen Reh und Hirsch mehr als alles andere ihre Ruhe / Spaziergänger und Sportler müssen Rücksicht nehmen

(red). Der frühe Wintereinbruch mit hohem Schnee und eisigen Temperaturen freute die Wintersportler und alle, die sich endlich wieder einmal „Weiße Weihnachten“ gewünscht hatten. Frostigen Temperaturen trotzt der Mensch mit warmer Kleidung und Zentralheizung. Doch was machen die heimischen Wildtiere?

„Spuren und Fährten sind oft die einzigen Lebenszeichen, die der Spaziergänger in Feld und Wald jetzt auf den Wegen findet“, berichtet Kreisjägerschaftsvorsitzender Klaus Nieding, „aber kaum jemand weiß, wie unsere frei lebenden Wildtiere eigentlich so über den Winter kommen“.

„Schmalhans ist Küchenmeister“

Tieren, die auf pflanzliche Nahrung angewiesen sind, bietet der Winter wenig, weiß Nieding: „Schmalhans ist Küchenmeister.“ Die heimischen Vertreter der Hirsch-Familie, besonders Reh und Rothirsch, leben deshalb auf Sparflamme. Besonders wichtig für das Überleben kalter, schnee- und frostreicher Perioden ist ein üppiger Winterspeck, den sich die Tiere im Herbst angefressen haben. Und: viel Ruhe. Im Spätwinter ist die Nahrungssuche teilweise mit mehr Energieaufwand verbunden, als mit dem kargen Futter aufgenommen wird. Außerdem wird der Organismus auf „Sparflamme“ heruntergefahren - also ähnlich der Winterruhe oder dem Winterschlaf bei einigen Tierarten. Rothirsche können beispielsweise den Herzschlag von regulär 60 Schlägen pro Minute auf 30 Schläge reduzieren.
Schönheitsfehler dieser Taktik ist aber laut Nieding eine stark eingeschränkte Mobilität. Selbst bei Störungen - etwa durch Wanderer oder freilaufende Hunde - „bleibt das Tier vermeintlich ruhig stehen und lässt Menschen näher heran als normal“, erklärt Nieding. Es wirke in diesem Moment zwar zutraulich, in Wirklichkeit bedeute diese Situation für das Tier aber Stress, „Alarmstufe Rot, sozusagen“.
Eine Flucht wird nur hinausgezögert, weil sie noch mehr Energie verbrauchen würde. Bei ständigen Störungen sind Schälschäden an Bäumen zwangsläufige Folge, da Hirsche den erhöhten Energiebedarf mit Baumrinde decken wollen, sagt Nieding. Oftmals können die Wildtiere aber den durch Störungen erforderlichen Energieverlust infolge des kargen Nahrungsangebotes in dieser harten Zeit nicht kompensieren und gehen dann jämmerlich ein. Werden Tiere so ständig aufgeschreckt, überleben sie daher im schlimmsten Fall den Winter nicht. Deshalb, fordert Kreisjägervorsitzender Nieding, „müssen Freizeitsportler und Spaziergänger auf den Wegen bleiben. Hunde sind in jedem Fall ausschließlich angeleint bei Spaziergängen in Wald und Feld zu führen“.

Das Winterhaar heimischer Säugetiere ist dichter als das Sommerfell. Besonders raffiniert, verrät Nieding, ist die „Dauerwelle“ des Rehs: Die langen Winterhaare sind stark gewellt und nicht glatt wie im Sommer. So wird Luft eingelagert, die sehr gut isoliert - ähnlich wie bei einer Daunenjacke. Zudem ist das Winterfell deutlich dunkler, die spärlichen Strahlen der Wintersonne wärmen dadurch besser. Eine Bioheizung betreiben dagegen Wildarten wie der Dachs. Er schafft im Herbst Pflanzen in seinen unterirdischen Bau, das langsam verrottet und dabei Wärme abgibt.

Klirrender Frost hält von Liebe nicht ab

Dadurch braucht er während seiner Winterruhe (kein Winterschlaf) weniger Energie. Kleine Säugetiere wie Siebenschläfer oder Igel haben sich schon vor Monaten in den Winterschlaf verabschiedet und kommen erst im Frühjahr wieder aus ihren Verstecken hervor, erzählt Nieding. Wildschweine bauen sich aus Ästen, Reisig und Farnen schützende Kessel.

Auch für Nieding „menschlich nur schwer vorstellbar“: Selbst bei tiefsten Minusgraden denken einige Arten an die Liebe. Es sind die Allesfresser, die auch im Winter genügend Nahrung finden. So sind etwa bei den Wildschweinen die Bachen von November bis teilweise in den Februar „rauschig“. Füchse „bellen“ verstärkt in klaren Vollmondnächten und sind auf der Suche nach einem Partner. Der Wald lebt also - auch im Winter.

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