Die Wildkammer

Presse 2010

Kreuznacher Modell soll bei Jagdsteuer greifen



Bad Kreuznach - Das Kreuznacher Modell soll von Oktober an landesweit angewendet werden: Die im Landesjagdverband organisierten Jäger wollen kein Unfallwild mehr entsorgen und so gegen die Jagdsteuer protestieren. Für den Kreis Kreuznach schlägt Jägerschaftsvorsitzender Klaus Nieding ein Stufenmodell vor. Wenn ein Drittel der 220 000 Euro Jagdsteuer entfällt, werden die die Jäger wieder tätig.

Müssen die Jäger auch künftig die Jagdsteuer bezahlen? Diese Frage wird jetzt an eine landesweite „Streikaktion“ gekoppelt. Wie es die Kreisgruppe Bad Kreuznach im Landesjagdverband seit Jahren praktiziert, wollen jetzt alle Kreisgruppen mitziehen und kein Fallwild entsorgen. Kreisvorsitzender Klaus Nieding (Meddersheim) sieht die Ertragssteuer als Strafsteuer. Auch Kreisjagdmeister Dr. Hans-Joachim Bechtoldt unterstützt diese Argumentation: „Mit dem Verkauf von Wildbret können die Kosten längst nicht mehr gedeckt werden. Hohe Pachten, Nebenkosten wie Berufsgenossenschaft, Aufstellen von Elektrozäunen oder Anlegen von Streuobstwiesen verschlingt den Wildbreterlös längst.“ Im Kreis Bad Kreuznach werden jährlich rund 220–000 Euro Jagdsteuer verbucht. Der Kreis nimmt dabei den höchstmöglichen Hebesatz von 20 Prozent ein. Bechtoldt: „Das müsste er nicht zwingend tun, denn Innenminister Bruch hat es im März auch defizitären Kreisen freigestellt, die Steuer zu erheben. In der Vorderpfalz hat ein Landkreis schon verzichtet.“

1500 tote Rehe und Sauen
Auf bis zu 1500 schätzt Bechtoldt die Zahl der Rehe, Wildschweine und Hirsche, die im Kreis jährlich den Unfalltod sterben. Die Polizeizahlen gehen von 700 aus. Laut Auskunft der Kreisverwaltung kostet die Entsorgung rund 40 000 Euro im Jahr, sagt Jägerkreisvorsitzender Nieding. Diesen Betrag könnte die Kreisverwaltung von der Jagdsteuer abziehen. Auch die 35 000 Euro außerordentliche Einnahmen für die Jägerprüfungsgebühren, die von der auf der Ebernburg angesiedelten Jagdschule herrührt, sollten entfallen. Im Gegenzug wären die Jäger bereit, das Fallwild wieder zu entsorgen.

Kreis zahlte Fallpauschale
Diese freiwillige Leistung hatte die Jägerschaft vor einigen Jahren aus Protest gegen die Jagdsteuer eingestellt. Dann zahlte die Kreisverwaltung kurzzeitig eine Entsorgungspauschale von 40 Euro für jedes entsorgte Stück Schalenwild. Doch diese so genannte freiwillige Leistung wurde von der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier aufgrund des defizitären Kreis-Etats verworfen. Dabei schätzen Experten die Kosten für die gegenwärtige Entsorgungspraxis durch die Tierkörperbeseitigungsanstalt in Rivenich (Mosel) auf rund 150 Euro pro Tier, im Einzelfall noch mehr.

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